Generalprobe geglückt: Pizzera und Jaus sichtlich gerührt


5500 Leute unterhalten – das muss man erst einmal schaffen. Der Steirer Paul Pizzera feierte Freitagabend ein Heimspiel in der Grazer Stadthalle. Mit Überraschungsgast Otto Jaus erhielten die beiden stehende Ovationen.

Hier gehts zur Kritik in der Kleinen Zeitung (Kleine Zeitung, 10.2.2017)

Am Donnerstag bewiesen sie sich bei einem exklusiven  Antenne-Studiokonzert vor kleinem Publikum. Tags darauf am Freitagabend heizten sie den Massen, genauer gesagt der seit Wochen ausverkauften Grazer Stadthalle mit 5500 Menschen, ordentlich ein: Der steirische Ausnahmekabarettist Paul Pizzera und der niederösterreichische Kabarettist und Musiker Otto Jaus.Es war eine der raren Generalproben für ihr erstes gemeinsames Programm „unerhört solide“, mit dem sie ab Herbst 2017 durchs Land touren werden. Und: Mit dem sie in gut einem Jahr am 27. Februar 2018 gemeinsam in der Grazer Stadthalle auftreten werden. Die Tickets dafür gibt es schon im Vorverkauf.

Nach der Pause kam Otto Jaus auf die Bühne – und spätestens beim Song und Nummer-eins-Hit „Jedermann“ hielt es viele Fans nicht mehr auf ihren Sitzen. Textsicher zeigten sich die Fans auch bei ihrer frischen neuen Single „Eine ins Leben“, die zuletzt den höchsten Neueinstieg von 0 auf Platz 3 in den Ö3-Charts schaffte. „Gänsehaut-Effekt“ freuten sich die Sitznachbarn. Recht haben sie.

Generationsübergreifende, E-gitarrenlastige Unterhaltung mit Mitsingeffekt und die Überportion Adrenalin – nicht wenige der Menschen haben Pizzeras Programm „Sex, Drugs & Klei‘n‘Kunst“ wohl schon gesehen, gehört und beklatscht. Mehr als 150.000 waren es laut eigener Angaben. Der Stimmung hat das am Freitag nicht geschadet. Im Gegenteil. Pizzeras Bruder, seine Eltern, seine Ex-Freundin, die Studierten, Eifersüchtigen, die Landbevölkerung und die alternden Austropop-Stars – sie alle haben ihr Fett abgekriegt. Dem hyperaktiven Affentempo beim Pointenabschuss ist sich der 28-Jährige treu geblieben. Er hat aber gelernt, seine Pointen mehr auszukosten. Und: Es hat sich auch der eine oder andere politische Gag hineingeschummelt. Eingangs hieß es, der Stadthallen-Gig wäre fast abgesagt worden, da der Siegi Nagl zu einer Wahlparty in den Mäci St. Peter geladen hätte, aber zu wenige Karten verkauft hätte. Oder: „Am Tag der Landtagswahl war ich schockiert: Wenn ich als Schwein mit dem Bauern unzufrieden bin, wähl ich doch net den Fleischer!“  (Kleine Zeitung, Julia Schafferhofer)